Das "Bright Start" ist ein Curriculum für Vor- und Grundschulkinder zur Entwicklung ihrer Lernfähigkeit. In Gruppenarbeiten und Spielen sowie an Hand von Arbeitsblättern werden jene grundlegenden Strukturen und Prinzipien des Denkens, Lernens und Problemlösens erlernt, die Kinder gerade zu Beginn ihrer Schulzeit benötigen, um erfolgreich schulisches und soziales Wissen und Können zu erwerben.
Lehrpersonen, pädagogisch-therapeutisch Tätige, Diplom-Psychologen und Ärzte sowie engagierte Eltern erhalten ein strukturiertes Mittel, um systematisch Denk-, Lern- und Motivationsprozesse auszulösen. Kinder mit dem Risiko, bereits zu Beginn der Schulzeit zu versagen, lernen nach der "Bright Start" Förderung leichter. Forschungen haben unter anderem gezeigt, dass das Curriculum Sonderschulplatzierungen verhindern hilft. Das Curriculum stützt sich theoretisch auf die Arbeiten von Piaget, Vygotsky, Feuerstein sowie Rolf Nyfeler. Es ist klar strukturiert, wissenschaftlich und in der Praxis erprobt. Das Hauptaugenmerk von „Bright Start“ liegt nicht auf dem „Was-lerne-ich“, sondern vielmehr auf dem „Wie-lerne-ich“.
Das Curriculum besteht aus einem Auftakt- und zwei Aufbauseminaren. In diesen drei Seminaren werden insgesamt sieben Lerneinheiten vermittelt, wobei sich jede Einheit mit einem spezifischen Aspekt der kindlichen Entwicklung beschäftigt.
Auftaktseminar
Während des Auftaktseminars lernen Sie das Curriculum mit den theoretischen Hintergründen von Piaget, Vygotsky und Feuerstein im Überblick kennen. Dabei erfahren Sie, wie grundlegende Denkprozesse bei Kindern ausgelöst und gefördert werden und wie Kultur und kindliches Denken zusammenhängen.
Spielerisch, teilweise in Demonstrationen oder eigenem Tun erarbeiten Sie zwei der insgesamt sieben Lerneinheiten. Die erste Einheit „Selbststeuerung“ beinhaltet drei grobmotorische Spiele in denen die Kinder lernen, sich selber zu steuern, den Sinn von (sozialen) Regeln zu verstehen und anzuwenden. Die zweite Einheit „Quantitative Relationen“ baut Schritt für Schritt alle Denkprozesse auf, die zum vollständigen Verständnis des Begriffs der Zahl führen. So lernen die Kinder etwa die 1:1 Korrespondenz, lernen zählen und erfassen so schließlich den Mengenbegriff.
Vorträge, ausprobieren, Reflexion und Erfahrungsaustausch wechseln sich ab. Sie haben nach den zwei Tagen ein strukturiertes Mittel und Vorgehen zur Hand, um das Lernpotential in den Ihnen anvertrauten Kinder (von 4-7 Jahren) zu entwickeln.
B2 - Zweites Seminar
Sie haben das Auftaktseminar besucht, kennen das Curriculum im Überblick, haben bereits erste Erfahrungen gesammelt, so dass Sie Theorien vertiefen und aufgetretene Schwierigkeiten bearbeiten können. Neu erarbeitet werden die Inhalte der dritten bis fünften Einheit "Vergleichen", "Rollenübernahme" und "Klassifikation".
In der Einheit "Vergleichen" lernen die Kinder mit Arbeitsblättern umzugehen. Systematisches Arbeiten steht im Vordergrund. Feinmotorische Fähigkeiten werden verbessert, die Kinder lernen zu markieren und (eigene) Fehler zu erkennen. In der Einheit "Rollenübernahme" entwickeln die Kinder die Fähigkeit, verschiedene Perspektiven einzunehmen. Zuerst erleben sie unterschiedliche Perspektiven im physikalischen Raum. Später schlüpfen sie in die Rollen unterschiedlicher Tiere und noch später in die von Personen. So nehmen die Kinder Gefühle und Ansichten von anderen wahr und können dies in ihr eigenes Handeln einbeziehen. Die Grundlagen für ein friedliches Zusammenspiel werden dadurch entwickelt.
In der Einheit "Klassifikation" lernen die Kinder, Dinge oder Ereignisse in Gruppen zu ordnen und nach mehreren Merkmalen zu sortieren. Wichtige Oberbegriffe des Alltags werden vermittelt.
Wir beschäftigen uns in Theorie und Praxis mit der Entwicklung intrinsischer Motivation und der Bedeutung von Metakognitionen. Es wechseln sich Übungen, Demonstrationen und Vorträge ab.
B3 - Drittes Seminar
Dieses Seminar gibt die Antwort auf die Frage: „Wie kann das Curriculum in den allgemeinen Unterricht integriert werden?“ Tagespläne, die kognitive Funktion des Tages und Planungszeiten stehen auf der Agenda.
Wir üben ein Modell für den lernförderlichen Umgang mit schwierigen Kindern und gestalten in Kleingruppen die Schwierigkeiten in Lernfelder für die Kinder um.
Erarbeitet werden die beiden letzten Einheiten "Seriation" und "unterscheidende Merkmale". Während die Kinder in der Einheit "Seriation" immer komplexere Reihen und Folgen bilden lernen, üben und wiederholen sie in der Einheit "unterscheidende Merkmale" alle in den bisherigen Einheiten gelernten Denkprozesse anhand von Buchstabenformen. Die Kinder vergleichen, sortieren, legen Reihen nach den entscheidenden Merkmalen, die Buchstaben erst zu Buchstaben machen. So werden sie auf das schulische Lernen, Lesen, Schreiben und Rechnen vorbereitet.
Auch die Elternarbeit mit Eltern aus bildungsfernen Schichten wird uns beschäftigen. Mit Arbeitsblättern für zu Hause erhalten Sie ein Mittel, um Eltern (auch mit Deutsch als Fremdsprache) emotional einzubinden. So können diese schrittweise mehr Verantwortung übernehmen und den Fortschritt ihrer Kinder miterleben.
Wiederum wechseln sich Übungen, Demonstrationen und Vorträge ab.
Ergotherapeuten, Logopäden, Lehrkräfte und pädagogisch-therapeutisch Tätige, die mit Kindergartenkindern und Schulanfängern arbeiten.
Auf Anfrage: engagierte Eltern.